Maiglöckchen
Glück bringende Blütenschönheit
Maiglöckchen - Glück bringende Blütenschönheit
"Maiglöckchen läutet in dem Tal, das klingt so hell und fein: So kommt zum Reigen allzumal, Ihr lieben Blümelein ..." Bereits Hoffmann von Fallersleben hatten es die weißen, zierlichen, glockenförmigen Blüten angetan und er widmete ihnen diese wunderschönen Zeilen. Das so besungene Maiglöckchen (Convallaria majalis) gehört zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae).
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Es ist vor allem in den lichten Laubwäldern Europas, Kleinasiens und im Kaukasus beheimatet. Die botanische Bezeichnung geht auf das Wort convallis "Talkessel" zurück, davon wurde dann der heutige Name Convallaria abgeleitet. In alten Überlieferungen heißt es, dass das Maiglöckchen ursprünglich den Namen Lilium convallium trug, zu Deutsch die "Lilie der Täler".
Der Göttin der Morgenröte geweiht
Dichter ließen sich zu blumigen Versen hinreißen, und auch auf Gemälden und in zahlreichen Legenden spielt dieser bezaubernde Frühjahrsblüher eine Rolle. In unseren Breiten soll das Maiglöckchen Ostara, der Schwester von Donar und der Göttin des strahlenden Morgenrotes und des Frühlings, geweiht gewesen sein. Und viele Maiglöckchen fanden ein jähes Ende im Osterfeuer, in die sie von unseren Vorfahren zu Ehren dieser Göttin geworfen wurden.

Bereits im Mittelalter wurden aus den Blüten dieser alten Kulturpflanze Heilmittel gegen Schlaganfall und Fallsucht hergestellt. Ihre besonderen herzstärkenden Wirkstoffe finden auch heute noch in der Medizin Verwendung.

Kleine Glöckchen mit lieblichem Duft
Die reizenden Maiglöckchen eignen sich besonders gut zur Gruppenpflanzung unter Gehölzen und stellen ihre Schönheit im wahrsten Sinne des Wortes in den Schatten, denn an einem leicht schattigen Platz fühlen sie sich besonders wohl. Der Boden sollte sandig-lehmig oder humos sein und möglichst etwas kalkhaltig. Wenn genug Feuchtigkeit vorhanden ist, können sie durchaus auch etwas Sonne vertragen. Sie werden etwa 20 cm hoch und blühen von Mai bis Juni.

An dem zierlichen blattlosen Blütenstängel, der zwischen zwei bis drei breit-lanzettlichen Laubblättern hervorlugt, hängen die weißen Blüten wie kleine Porzellanglöckchen und verströmen einen intensiven lieblich-süßen Duft, der geradezu zum Schnuppern einlädt. Laut Heinrich Heine soll ihr Duft sogar "das Eis des Winters und der Herzen" brechen.

Symbol für Liebe und Glück
Doch nicht nur im Garten hat das winterharte Maiglöckchen viele Freunde, es gibt wohl kaum eine Maibraut, die ohne Maiglöckchen auskommt, sei es als Haarschmuck oder im Bouquet. Die Verwendung von Maiglöckchen im Brautstrauß geht auf einen alten Aberglauben zurück, der besagt, dass die Pflanze Glück und Liebe bringt. Das Grün der Blätter symbolisiert dabei Hoffnung und das Weiß der Blüten signalisiert Reinheit und Jungfräulichkeit.

Praxistipp: Das Maiglöckchen ist sehr wuchsfreudig und bildet an geeigneten Standorten dichte Teppiche. Deshalb sollte man als Partner ausreichend konkurrenzstarke Stauden wählen, die sich nicht durch das Maiglöckchen verdrängen lassen, z. B. Funkien (Hosta), Bergenien, Farne und das Frühlings-Gedenkemein (Omphalodes verna).


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