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Wände aus Blüten und Grün |
Viel Platz brauchen sie nicht, die Schling- und Rankgewächse, hinter denen ganze Hauswände, Mauern und kahle Giebel verschwinden. Schon eine 50 x 50 cm große Fläche reicht ihnen, ihre Wurzeln in die Tiefe zu schicken und einen Weg nach oben zu schicken. Selbst enge Innenhöfe und schmale Durchgänge können zu grünen Oasen werden. Das Kleinklima, wie die Fachleute sagen, wird spürbar besser. Und für Vögel und Kleingetier aller Art entsteht zusätzlicher Lebensraum
Aber auch hinter der Wand bekommt man die Wirkung der Schlinger und Kletterer zu spüren. Das Luftpolster zwischen Blattwerk und Wand bremst allzu große Sommerhitze. Und im Winter legen Immergrüne einen isolierenden Pelz um das Haus. Außerdem ist das Mauerwerk hinter den Pflanzen vor Verwitterung geschützt. Hinzu kommt der sensorische Genuss, die Freude an den großen Blütentrauben des Blauregens, am Duft des Geißblatts (Lonicera heckrotii), an der orangeroten Trompetenblume (Campsis radicans). Wie mit weißem Schaum überzieht der Schlingknöterich (Polygonum affine) die Wände. Rosa, blau, rot, oder violett blüht die Clematis. Tropische Üppigkeit vermitteln die herzförmigen Blätter der Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla). Mit purpurroter Herbstfärbung wartet der Wilde Wein (Parthenocissus quinquefolia) auf, und die Früchte des Strahlengriffels (Actinidia arguta), ein Kiwi-Verwandter, sind sogar essbar. Wichtig ist es, die richtige Art für den jeweiligen Standort zu wählen. Dabei muss man zwischen Selbstklimmern und Schlingern bzw. Kletterern, die eine Kletterhilfe brauchen, unterscheiden. Mit Haftwurzeln oder Haftscheiben klammern sich Efeu (Hedera helix) und Wilder Wein (Parthenocissus quinquefolia), Kletterhortensie und Trompetenblume (Campsis radicans) aus eigener Kraft fest und suchen sich ihren Weg. Sie benötigen keine Gerüste, Drähte oder Leisten, um nach oben zu kommen. Doch die Fläche, die sie begrünen sollen, darf keine Risse, Fugen oder schadhafte Stellen besitzen. Die Haftwurzeln würden in die Öffnungen hineinwachsen und sie vergrößern. Auch dünner Putz ist ihrem Gewicht nicht gewachsen. Schlinger mit Kletterhilfen bieten viele attraktive Lösungen. Mit dekorativen Rankbögen, -umrahmungen, senkrechten und waagerechten Rankelementen lassen sich Fassaden gliedern und beleben. Die Pflanzen folgen der vorgegebenen Richtung. Für große, raschwüchsige Arten wie Blauregen, Schlingknöterich (Polygonum affine), Strahlengriffel (Actinidia arguta) und Baumwürger (Celastrus orbiculatus), müssen es stabile Kletterhilfen sein, z.B. Drahtseile, die mit Dreiecksbügeln befestigt werden. Kletterrosen, Clematis und Geißblatt (Lonicera heckrotii) nehmen mit leichteren Draht- und Lattenkonstruktionen vorlieb. Die Triebe der frisch gepflanzten Schlinger bindet man an, damit sie wissen, wo es lang geht. |
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